BUCHBESPRECHUNG
Oskar
Feldtänzer
Donauschwäbische Geschichte.
Das Jahrhundert der Ansiedlung 1689 1805.
Donauschwäbische Kulturstiftung München.
ISBN 3-926276-69-X
Der Oberösterreicher Oskar Feldtänzer zählt neben Georg Wildmann und Anton Scherer zu den profunden Kennern der donauschwäbischen Geschichte in Österreich. Feldtänzer hatte bereits 1990 mit seiner Arbeit zur Ansiedlung der Donauschwaben unter Kaiser Joseph II. der modernen Forschung zur österreichischen Kolonialgeschichte im Südosten des 18. Jahrhunderts neue und interessante Impulse gegeben.
Jetzt liegt Feldtänzers neues Buch vor, das unter dem Titel "Donauschwäbische Geschichte. Das Jahrhundert der Ansiedlung 1689 1805" einen breiten Querschnitt vorgibt, der "allen landschaftlich der mittleren Donau zugehörenden Siedlungsgebiete der Donauschwaben" eine Berücksichtigung schenkt. Feldtänzer erweist sich als guter Kenner der historischen Quellen, aus denen der ausreichend zitiert und die wichtigsten Eckdaten der Ansiedlungszeit methodisch mit Berichten etwa aus der Feder der verantwortlichen Behörden in Wien oder der Ungarischen Hofkammer ergänzt. Sprachlich entsteht dadurch für den Leser ein Stück erleb- und erfahrbarer Authentizität.
Bei der thematischen Gliederung folgt Feldtänzer den etablierten Wegen der donauschwäbischen Geschichtsschreibung und behandelt in einzelnen Kapiteln die Leopoldinische, Karolinische und Theresianische Ansiedlung. In zahlreichen Unterkapiteln werden die administrativen und organisatorischen Abläufe vorgestellt, wobei es Feldtänzer gelingt, die logistische Dimension dieses Ansiedlungswerks der Habsburger eindrucksvoll vorzuführen. Und gerade diese kleinen Details, die Feldtänzer bis in die Geschichte von Dorfgemeinschaften, zu Themen wie die Betreuung der Kolonialwaisen oder die Beschaffung des Bauholzes führen, machen diese Arbeit so wertvoll und zu einem wichtigen Handbuch, weil es eben mit Quellen aufwarten kann, die man anderswo nicht findet.