wpe1.jpg (3838 Byte) Weltdachverband der Donauschwaben in Wien
Präsident: Dipl.-Ing. Rudolf Reimann
rudolf.reimann@chello.at

Haus der Heimat
Steingasse 25
A-1030 Wien

Tel. ++43/(0)1-718 59 05
Fax. ++43/(0)1-718 59 06

Pressedienst 2002002

Donauschwäbischer Weltdachverband in Kroatien

Dipl.-Ing. Rudolf Reimann aus Österreich neuer Präsident

Dinges 1.jpg (5602 Byte)
Jakob Dinges beim Denkmal am Friedhof in Krindia

Essegg DWV 1.jpg (5348 Byte)
Die Tagungsteilnehmer  bei den Gastgebern in Krindia

Rei-Ding. 1.jpg (3738 Byte)
Der alte und neue Präsident Jakob Dinges (Hintergrund) und Rudolf Reimann

Nkola Mak 1.jpg (2353 Byte)
Der Veranstalter und Organisator der Tagung Nikolaus Mack, Vorsitzender der Donauschwaben in Kroatien

     Der Donauschwäbische Weltdachverband tagte vom 24. bis 26. Oktober 2002 im kroatischen Osijek/Essegg, wohin der Präsident des Donauschwäbischen Weltdachverbandes, Herr Jakob Dinges, die gewählten Delegierten aus Deutschland, Österreich, den USA, Kanada, Kroatien und Jugoslawien gekommen waren. Am Donnerstag fand im Hotel Osijek ein Empfangsabend statt, bei dem der Vorsitzende der Donauschwaben in Kroatien, Herr Nikolaus Mack, als Gastgeber das Programm der Tagung vorstellte. Im Anschluß an die Begrüßung fanden die ersten internen Gespräche als Vorbereitung für die Sitzung des Donauschwäbischen Weltdachverbandes statt, die am nächsten Tag (Freitag, 25. Oktober 2002) in der Handelskammer der Stadt Osijek/Essegg abgehalten wurde.

     Im Vorfeld der Arbeitssitzung waren Vertreter der kroatischen Regierung, aus dem kroatischen Parlament, der deutschen Botschaft, der ungarischen Minderheit in Osijek/Essegg, der Osijeker Gespanschaft und vom Senat der Stadt Osijek/Essegg zur Begrüßung gekommen. Sie alle betonten in ihren Ansprachen die großen Leistungen der Donauschwaben für Kroatien, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf Grundlage der AVNOJ-Bestimmungen enteignet ihre angestammte Heimat verlassen mußten. Einigkeit unter den Referenten herrschte auch zum Bekenntnis, die deutsche Minderheit in Kroatien zu schützen und alles zu tun, um ihr das kulturelle Leben in Kroatien zu sichern. Dieses Bekenntnis war in den Aussagen eng mit der Verantwortung für das damalige Unrecht an den Donauschwaben und mit der Bereitschaft für eine Wiedergutmachung verknüpft worden.

     Die Tagesordnung der Arbeitssitzung, die von Jakob Dinges geleitet wurde, versprach einige Spannung, weil neben der Neuwahl des Präsidenten auch einige Änderungen in den Satzungen des Donauschwäbischen Weltdachverbandes zu erörtern waren. Dinges verwies in seinem Bericht auf die Notwendigkeit, in der Öffentlichkeit mit einer Stimme zu sprechen und vereint für die gemeinsamen Ziele der Donauschwaben zu arbeiten. Dinges erklärte am Ende seiner Ausführungen, daß er dem Donauschwäbischen Weltdachverband nach einer 10-jährigen Amtsdauer nicht mehr als Präsident zur Verfügung steht.

     Zum neuen Präsidenten des Donauschwäbischen Weltdachverbandes wurde der Vorsitzende der Donauschwäbischen Arbeitsgemeinschaft in Österreich (DAG), Dipl.-Ing. Rudolf Reimann, gewählt. Reimann erklärte im Anschluß an seine Wahl die künftigen Ziele und Aufgaben des Donauschwäbischen Weltdachverbandes, nämlich: 1.) die gesetzliche Gleichbehandlung der ehemals vertriebenen Donauschwaben in der neuen kroatischen Restitutionsgesetzgebung, 2.) Verhandlungen über die Frage der AVNOJ-Bestimmungen, die für die Enteignung und Entrechtung der Donauschwaben aus dem kroatischen Gebiet nach 1945 verantwortlich waren und c.) den Schutz der deutschen Minderheit in Kroatien, die nach der letzten Volkszählung von 2001 knapp 3000 Personen umfaßt. Reimann erklärte dazu gegenüber den kroatischen Fernsehanstalten: "Kroatien hat in der Gesetzgebung die deutsche Minderheit voll anerkannt und damit ein wichtiges Zeichen für eine vertiefte Zusammenarbeit mit dem Donauschwäbischen Weltdachverband gesetzt. Der Donauschwäbische Weltdachverband wird sich nach einer für beide Seiten befriedigenden Lösung der Entschädigungsfrage und der AVNOJ-Thematik für einen EU-Beitritt Kroatiens einsetzen und dabei die Regierung unterstützen. Ich fordere als Präsident, daß der Grundsatz Gleiches Recht für alle als Rechtsprinzip im politischen Alltag umgesetzt wird."

     Jakob Dinges wurde für sein Wirken zum Ehrenpräsidenten des Donauschwäbischen Weltdachverbandes ernannt. Zu den fünf Vizepräsidenten waren aus Deutschland Josef Jerger und Bernhard Krastl, aus den USA Robert Filippi, aus Kanada Anton Baumann und aus Rumänien Karl Singer gewählt worden. Außerdem wurde ein eigenes Pressereferat für den Donauschwäbischen Weltdachverband eingerichtet.

     Nach der Wahl des Präsidenten erfolgte die Diskussion zu den geplanten Satzungsänderungen, die in einer sehr sachlichen Weise geführt wurde. Am Nachmittag kamen auch die geplanten Gedenkstätten und Großkreuze, die in Erinnerung an die donauschwäbischen Opfer von 1945-1948 in Kroatien und in der Republik Jugoslawien errichtet werden, zur Sprache, um das weitere Vorgehen in dieser Angelegenheit zu akkordieren.

     Am Abend gab der Mädchenchor "Donau brevis" gemeinsam mit dem gemischten Kinderchor "Osjecki Zumbici” ein wirklich hinreißendes Konzert in den Räumlichkeiten der alten Festungsanlage in Osijek/Essegg , das euphorisch von den Zuhörern beklatscht wurde. Der Mädchenchor "Donau brevis" hatte am Vormittag zu Beginn der Sitzung das "Lied der Donauschwaben: Seid gegrüßt ihr deutschen Brüder..." aufgeführt. Danach lud der Gastgeber zu einem wahren Festmahl ein, das musikalisch von einer kroatischen Volksmusikgruppe mit zünftigen Klängen umrahmt wurde. 

     Der Samstag (26. 10.2002) stand dann ganz im Zeichen der Gedächtnisstätte für das ehemalige Vernichtungslager Valpovo/Walpach und dem gemeinschaftlichen Ehrengrab am Friedhof von Valpovo/Walpach, wo die verstorbenen Donauschwaben in Einzel- oder später in Massengräbern begraben liegen. In einer Trauerminute wurde diesen Opfern gedacht und ein Kranz zu deren Ehren niedergelegt. Von Valpovo/Walpach ging es dann weiter nach Krindia, wo die neu restaurierte Dorfkirche und der ehemalige deutsche Friedhof mit dem 1999 errichteten Denkmal besichtigt wurden. Der Friedhof wurde inzwischen auf Initiative von Nikolaus Mack vom Gestrüpp frei gelegt, und damit den Besuchern ein würdiger und freier Blick auf die Gräber wieder möglich gemacht. In Krindia durften die Teilnehmer der Tagung auch die herzliche Gastfreundschaft einer nach 1945 angesiedelten Familie genießen, die allen mit selbstgemachten Köstlichkeiten eine große Freude machte.

     Der Abend wurde schließlich in einer netten Gastwirtschaft in der Baranja verbracht, wo noch einmal in entspannter Atmosphäre die wichtigsten Eckdaten und Ergebnisse dieser Tagung besprochen wurden. Die offizielle Verabschiedung erfolgte dann im Hotel Osijek, bei der dem Organisator und Veranstalter, Nikolaus Mack, viel Dank und Anerkennung bekundet wurde.

     Am Sonntag (27.10.2002) zerstreuten sich die Teilnehmer wieder in alle Himmelsrichtungen, um im Gedanken an die alte Heimat wieder dorthin zu gelangen, wohin sie das Schicksal nach der Vertreibung geführt hatte. Eine kleine Delegation der donauschwäbischen Tagungsteilnehmer wohnte den Totengedenkfeiern im serbischen Knicanin/Rudolfsgnad (Banat) bei.

     Die Tagung des Donauschwäbischen Weltdachverbandes in Osijek/Essegg war von einer Aufbruchsstimmung gezeichnet, die nicht nur die Notwendigkeit einer aktiven Politik unterstrich, sondern allen Teilnehmern das Gefühl vermitteln konnte, daß das Donauschwabentum als geschlossene Einheit eine Zukunft hat, die im Interesse der europäischen Integration und damit für die Zukunft seiner Landsleute in Kroatien, Jugoslawien, Ungarn und Rumänien wirksam werden kann.

 

 

wassertheurer.jpg (2248 Byte) Mag. Wassertheurer Peter


Pressesprecher
Donauschwäbischer Weltdachverband
Tel. ++43/(0)1-710 91 50
Fax. ++43/(0)1-718 50 06

zurück