wpe1.jpg (3838 Byte) Weltdachverband der Donauschwaben in Wien
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Presseaussendung: Wien, 7.01.2003

 

Volkszählung 2002 in der Republik Serbien-Montenegro brachte für

deutsche Minderheit ein Minus von 24,57%

Großserbischer Nationalismus trägt Schuld daran

 

Am 30. Dezember 2002 präsentierte das Statistische Zentralamt in Belgrad das Ergebnis der Volkszählung von 2002, die für die deutsche Minderheit gegenüber der Zählung von 1991 ein Minus von 24,57% brachte. 1991 bekannten sich genau 5172 Personen zu ihrer deutschen Identität, 2002 waren es nur mehr 3901. 3154 der 3901 Deutschen leben in der Autonomen Provinz Woiwodina, 747 in Serbien. Gerade in Serbien hat sich die Zahl der Deutschen gegenüber der Volkszählung von 1991, damals waren es noch 1299, beinahe halbiert. Das wenig erfreuliche Ergebnis ist nach Meinung des Donauschwäbischen Weltdachverbandes (DWV) nur zum Teil durch altersbedingte, natürliche Abgänge zu erklären.

Der Präsident des DWV, Dipl.-Ing. Rudolf Reimann, sieht vielmehr im großserbischen Nationalismus, der während des jugoslawischen Bürgerkriegs unter Slovodan Miloševic einen neuen negativen Höhepunkt erfahren hatte, die eigentlichen Ursachen. "Besonders die Deutschen in Serbien haben bis heute Angst davor, sich bei Volkszählungen zu ihrer deutschen Identität zu bekennen. Die Vertreibungen unter Miloševic hatten bei vielen Deutschen die Ängste von 1945 wieder wachgerufen", erklärte Reimann in einer ersten Reaktion auf das Ergebnis der Volkszählung. Reimann deutet in diesem Zusammenhang auf das viel bessere Ergebnis in der Autonomen Provinz Woiwodina hin und ergänzt dazu: "In der multikulturellen Woiwodina ist die Situation ganz anders als in Serbien. Dort gibt es sehr viele Initiativen zum Schutz der Minderheiten, von denen auch die Deutschen der Woiwodina profitieren."

Der DWV fordert, daß die Regierung in Belgrad endlich die Bestimmungen im neuen Minderheitengesetz 2002 umsetzt, das die deutsche Minderheit als autochthone Volksgruppe mit allem Minderheitenrechten akzeptiert. Wichtig wären, so der DWV, deutliche Signale aus den Reihen der deutschen und österreichischen Außenpolitik, um die deutsche Minderheit in ihrem kulturellen Selbstbewußtsein zu stärken. Wien und Berlin müssen der Regierung in Belgrad klar machen, daß man die weitere Entwicklung der deutschen Minderheit in der Republik Serbien mit größter Sorgfalt beobachten werde. Der DWV spricht sich an dieser Stelle für eine deutsch-österreichisch-serbische Minderheitenkonferenz aus, um gemeinsame Zukunftsprojekte und Förderprogramme für die deutsche Minderheit zu entwickeln.

Reimann verweist auf das Beispiel Ungarn, wo sich eine völlig andere Situation ergibt. Die deutsche Minderheit hat sich dort 2002 gegenüber der amtlichen Volkszählung von 1992 von 31.000 auf 62.000 verdoppelt. Die Gründe für diese Zunahme liegen in der minderheitenfreundlichen Politik der ungarischen Regierung.

 

wassertheurer.jpg (2248 Byte) Mag. Wassertheurer Peter


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