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Pressedienst 2003002

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Presseaussendung: Wien, 14.01.2003

Pressedienst

 

Deutsche Minderheit in Serbien fordert AVNOJ-Aufhebung

Unterschriftenaktion deutscher KZ-Häftlinge

 

Die Entscheidung vom Parlament der Republik Serbien-Montenegro, den 29. November nicht mehr als Staatsfeiertag der ehemaligen Volksrepublik Jugoslawien zu würdigen, nahm der Deutsche Verein Donau mit Sitz in Novi Sad/Neusatz zum Anlaß, um in einer Unterschriftenaktion die Aufhebung der AVNOJ-Bestimmungen zu fordern. Am 29. November 1943 wurde in Jajce in Bosnien der "Antifaschistische Rat der Volksbefreiung Jugoslawiens" (AVNOJ) gegründet, der in einer Reihe von Bestimmungen die Konfiskation des gesamten deutschen Vermögens und den Entzug der jugoslawischen Staatsbürgerschaft für Angehörige der deutschen Volksgruppe anordnete. Die Bestimmungen von Jajce 1943 bildeten in der kommunistischen Volksrepublik Jugoslawien die Grundlage der gesetzlichen Regelungen gegen die deutsche Zivilbevölkerung.

Der Vorsitzende vom Deutschen Verein Donau, Andreas Bürgermayer, erklärte in einer Presseaussendung, daß sich die deutsche Minderheit in der Republik Serbien-Montenegro nunmehr die Aufhebung aller Gesetze, "die gegen die Bürger deutscher Volkszugehörigkeit in Jugoslawien erlassen wurden", erwartet.

Am 14. Dezember 2002 veranstaltete Bürgermayer bereits zum zweiten Mal ein Treffen ehemaliger deutscher KZ-Häftlinge, die zwischen 1944/45 und 1948 die Lager der kommunistischen Tito-Partisanen überlebt hatten. Von den 540 000 Angehörigen der deutschen Volksgruppe (Donauschwaben) befanden sich am Ende des Zweiten Weltkrieges noch 200 000 im Land. 1500 waren durch spontane Partisanenüberfälle ermordet worden, 9500 fielen der Aktion Intelligenzia zum Opfer. 51 000 der 170 000 zwangsinternierten deutschen Zivilpersonen waren in den jugoslawischen Konzentrationslagern ums Leben gekommen. Von den 12 000 in die Sowjetunion verschleppten deutschen Zivilpersonen erlagen 2000 den Strapazen der Zwangsarbeit. Insgesamt waren bei Berücksichtigung der Opfer der ehemals auf slowenischem Gebiet ansässigen deutschen Volksgruppen (Deutsch-Untersteirer und Gottscheer) knapp über 70 000 deutsche Zivilpersonen dem Tito-Regime zum Opfer gefallen.

(Mehr zur Geschichte der Donauschwaben unter www.vloe.at – bitte Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft anklicken!))

Der Weltdachverband der Donauschwaben (WVD) unterstützt die Initiative der deutschen Minderheit in der Republik Serbien-Montenegro. Der Präsident des WVD, Dipl.-Ing. Rudolf Reimann, spricht sich vehement für die Aufhebung der AVNOJ-Bestimmungen aus, "weil sie bis zum heutigen Tag die deutsche Minderheit im ehemaligen Jugoslawien als Volksgruppe und bei Entschädigungsfragen diskriminieren."

Die deutsche Minderheit in Serbien-Montenegro ist nach der letzten Volkszählung 2002 auf "3901 bekennende Personen" geschrumpft. Die deutschen Minderheitenvertreter sprechen von mindestens 5000-6000 Personen.

 

wassertheurer.jpg (2248 Byte) Mag. Wassertheurer Peter


Pressesprecher
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