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Es ist mir als Bundesvorsitzender des Verbandes der volksdeutschen
Landsmannschaften Österreichs (VLÖ) eine besondere Freude, Ihnen zum 60-jährigen
Vereinsjubiläum zu gratulieren. Obwohl die Landsmannschaft der Deutsch-Untersteirer zu
den kleineren Landsmannschaften im VLÖ gehört, hat sie seit ihrem Beitritt zum VLÖ
immer wieder ein erstaunliches politisches und kulturelles Engagement entwickelt. Ich
erinnere an dieser Stelle nur daran, dass Ihr früherer Obmann, Dipl.-Ing. Helmut Frisch,
einer Delegation des VLÖ angehörte, die in Brüssel den damaligen Kommissar für die
Erweiterung der EU, Günter Verheugen, besuchte, um auf die Problematik der
AVNOJ-Verordnungen in Zusammenhang mit dem EU-Beitritt Sloweniens hinzuweisen.
Die Landsmannschaft der Deutsch-Untersteirer war 1948 als Hilfsverein gegründet worden und half ihren Landsleute in den schweren Jahren der Anfangszeit überall dort, wo die öffentliche Hand im zerstörten Österreich der Nachkriegszeit dazu nicht in der Lage war. Auf Initiative des damaligen österreichischen Innenministeriums entstanden in den einzelnen Bundesländern so genannte Zentralberatungsstellen, deren Aufgabe in der Koordination und Betreuung der gesetzlichen Maßnahmen lag, die von Bund und Land erst langsam und oft sehr spät zur Eingliederung der Heimatvertriebenen in die österreichische Gesellschaft erlassen wurden. Die Landsmannschaft der Deutsch-Untersteirer nahm mit ihren Vertretern eine gewichtige Rolle in dieser Stelle ein. In vielen Tausenden von Stunden konnte unter Mithilfe privater Einrichtungen aus dem In- und Ausland die ärgste soziale und wirtschaftliche Not der Heimatvertriebenen gelindert werden. Die unermüdliche Arbeit in der Landsmannschaft zeigte zehn Jahre nach der Tragödie von 1945 die ersten fruchtbaren Wirkungen. Jetzt, nachdem die materiellen Nöte einigermaßen beseitigt werden konnten, galt es, sich den politischen Fragen zu widmen. In der Bundesrepublik Deutschland wurde der Lastenausgleich geschaffen, um zumindest einen Teil des 1945 enteigneten Vermögens zu entschädigen. Die Heimatvertriebenen in Österreich wollten ihren in der alten Heimat verdienten Anteil aus dem Lastenausgleich zuerkannt bekommen, weshalb man die österreichische Bundesregierung aufforderte, diesbezügliche Verhandlungen mit Bonn zu führen. Damals wurde der VLÖ als politische Plattform ins Leben gerufen. Die Landsmannschaft der Deutsch-Untersteirer war von Anfang an mit im Boot. Mit dem Kreuznacher Abkommen konnte zumindest ein Teilerfolg erreicht werden.
Jubiläen sind ein dankbarer Anlass, um Rückschau zu halten. Wenn man sich die Situation vor 60 Jahren vergegenwärtigt, wird einem klar, aus welchem Elend heraus unser heutiger Wohlstand erst erschaffen werden musste. Das moderne Österreich, das im 20. Jahrhundert durch zwei Weltkriege gehen musste, gehört heute als Mitglied der EU zu den reichsten Ländern auf dieser Welt. Das ist eine Leistung, die angesichts des Elends der Jahre nach 1918 und 1945 Anerkennung verdient. Die Heimatvertriebenen haben mit ihren bloßen Händen wesentlich zu diesem Wohlstand beigetragen.
Abschließend möchte ich Ihnen für alle Ihre Mühen der letzten 60 Jahre danken und wünsche Ihnen eine erfolgreiche Zukunft.
Ihr
Dipl.-Ing. Rudolf Reimann (Bild)
Bundesvorsitzender des VLÖ
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Mag. Dr. Wassertheurer
Peter Pressesprecher Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft Tel. ++43 1 710 91 50 Fax. ++43 1 718 50 06 |