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"Die Verhaftung und erwartete Auslieferung von Radovan Karadzic an das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag rührt schmerzhaft an unserer Vergangenheit", meint Rudolf Reimann, Bundesobmann der Donauschwäbischen Arbeitsgemeinschaft (DAG) in Österreich. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Jugoslawien rund 500.000 Donauschwaben, die im 18. Jahrhundert von den Habsburgern im Königreich Ungarn angesiedelt worden waren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden über 200.000 Donauschwaben in jugoslawische Konzentrationslager eingesperrt, die unter dem Titio - Regime als Arbeits- oder reine Vernichtungslager errichtet wurden. Die bekanntesten KZs für die Donauschwaben waren in Rudolfsgnad, Gakovo, Kruevlje, Valpovo, Kerndia, Jarek und Molidorf.
Mindestens 50.000 Donauschwaben kamen in diesen KZs ums Leben. Sie wurden dort abseits der Weltöffentlichkeit ermordet oder starben an Seuchen und Hunger. Die ethnischen Säuberungen im ehemaligen jugoslawischen Raum forderten allein unter der donauschwäbischen Bevölkerung 64.000 Tote. Neben den Lageropfern fielen im Herbst 1944 knapp 10.000 Donauschwaben der so genannten "Aktion Intelligenzija" zum Opfer. Es handelte sich um eine fliegende Brigade, die unter der donauschwäbischen Bevölkerung zahlreiche Massaker zu verantworten hatte.
"Es gab sehr viele grausame Kriegsverbrechen an den Donauschwaben. Die Verantwortlichen für die Pogrome gegen uns Donauschwaben sind bis heute vor kein Gericht oder Tribunal gestellt worden", kritisiert Reimann. Reimann fordert das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag auf, Verbrechen, die nach 1945 an der donauschwäbischen Zivilbevölkerung verübt worden waren, zu untersuchen und die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen.
Mehr Informationen zum Schicksal der Donauschwaben erfahren Sie unter www.vloe.at und www.donauschwaben.at
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Mag. Dr. Wassertheurer
Peter Pressesprecher Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft Tel. ++43 1 710 91 50 Fax. ++43 1 718 50 06 |