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Europa hat sich geändert. Ich denke, dass es auch
die Aufgabe der Heimatvertriebenen sein muss, neue Entwicklungen zu beachten. Heute stehen
wir vor der Aufgabe, unseren Kontinent zu vereinen, was freilich eine große
Herausforderung ist. Überall dringen noch die Schatten der Vergangenheit zu Tage. Gerade
das persönliche Erleben schafft Grenzen und macht es schwer, über diese Grenzen zu
gehen. Viele bleiben stehen, wenden sich ab oder bleiben hinter verschlossenen Türen in
den eigenen vier Wänden sitzen. Ich denke, dass man das ebenso respektieren muss wie den
Wunsch vieler anderer, diese Grenze überschreiten zu wollen. Diese Entscheidung hat jeder
für sich allein zu treffen. Die Vergangenheit, und davon bin ich überzeugt, kann aber
das europäische Einigungswerk der Gegenwart nicht wirklich gefährden. Das sollte aber
niemanden daran hindern, sich zum einstigen Unrecht zu bekennen. Das muss man auch von den
Serben verlangen dürfen! Erkenntnis setzt aber die Bereitschaft zum Dialog voraus. Dialog
schafft eine Möglichkeit der Auseinandersetzung. In diesem Klima können Vorurteile und
Feindbilder ebenso zur Sprache kommen wie ernst gemeinte Diskussionen über Strategien
für ein künftiges Miteinander. Und genau das ist das Ziel dieser Veranstaltung. Der
Titel des diesjährigen ARDI-Symposiums macht das deutlich: Es geht darum, im Bewusstsein
der Vergangenheit Verständnis für Europa und Verantwortung für die Zukunft zu schaffen.
Das moderne Europa steht auf Grundlage aufgeklärter Zivilgesellschaften. Ihr Handeln soll
von europäischen Prinzipien wie Toleranz und Vernunft bestimmt sein. Am Ende muss es
möglich sein, die Gräben der Vergangenheit ohne Verdrängung und im Bewusstsein der
eigenen Verantwortung zuzuschütten. Und die Bereitschaft zur Verantwortung kann jede Art
von Lösung schaffen. Man sollte sich hier nicht schon am Anfang dieses Prozesses
festlegen, sondern Lösungen gemeinsam im ehrlichen Dialog erarbeiten.
Ich darf abschließend den Initiatoren, Herrn DI Helmut Frisch und seiner Schwester, nochmals für den unermüdlichen Einsatz danken und den hohen moralischen Wert dieser Veranstaltung unterstreichen. Dieses Symposium setzt viele positive Zeichen und soll auch allen anderen Landsmannschaften und Konfliktgemeinschaften ein positives Beispiel sein.
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Mag. Dr. Wassertheurer
Peter Pressesprecher Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft Tel. ++43 1 710 91 50 Fax. ++43 1 718 50 06 |