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Bundesvorsitzender: Dipl.-Ing. Rudolf Reimann
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Haus der Heimat
Steingasse 25
A-1030 Wien

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"Ein Leben mit den Donauschwaben"
Rudolf Reimann: 75 Jahre jung

REIMANN102.jpg (50788 Byte)1999 erschien eine Biographie über das Leben und literarische Werk von Josef Volkmar Senz unter dem Titel Ein Leben für die Donauschwaben. Rudolf Reimann feierte am 17. April 2009 im Haus der Heimat in Wien seinen 75. Geburtstag. Was Senz als Wissenschafter für die Erforschung der Geschichte der Donauschwaben leistete, trifft auch für Rudolf Reimann zu, wenn auch anders. Man sollte aber Titel nicht einfach übernehmen, und wenn man es dennoch tut, dann sollten sie höchstens eine Anregung zum Nachdenken sein. Und hier fällt mir der Satz: "Ein Leben mit den Donauschwaben" ein. Es ist immer schwierig, das Leben eines Menschen zwischen die Buchstaben von fünf Wörtern zu pressen. Wörter sind aber keine losen Teile einer Sprache sondern selbst sinntragende Elemente. Fügt man sie zu einem Satz zusammen, entsteht ein Bild von der Wirklichkeit. Und dieser einfache Satz: "Ein Leben mit den Donauschwaben" wird so zu einem Symbol und Markenzeichen. Er steht mit einem konkreten Inhalt für etwas, das es in seiner ganzen Dimension zu fassen gilt. Das Leben von Rudolf Reimann kennt viele Facetten, jedoch lässt sich hinter seinem eigenen Alltag immer und überall die Beifügung donauschwäbisch finden. Und genau das gibt dem Satz: "Ein Leben mit den Donauschwaben" seine Berechtigung und ist dem Leben dieses Mannes ein Spiegelbild.

Die Geburtstagsfeier im Haus der Heimat stellte eine Würdigung für die zahlreichen Leistungen dar, die Rudolf Reimann als Geschäftsmann im Baugewerbe und nach wie vor als Führungspersönlichkeit in den Gremien der Heimatvertriebenen in Österreich vollbringt. Er ist in Österreich nicht nur der Vorsitzende der Donauschwäbischen Arbeitsgemeinschaft (DAG) sondern auch Bundesvorsitzender des Verbandes der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ). Der VLÖ ist mit 360.000 Heimatvertriebenen das österreichische Pendant zum Bund der Vertriebenen (BdV) in Deutschland. Die Gästeliste setzte sich aus drei Personenkreisen zusammen, die im bisherigen Leben von Rudolf Reimann eine große Rolle spielten. Da gab es zunächst die Mitstreiter aus den Landsmannschaften. Das Leben in der Landsmannschaft und in den Kreisen der Heimatvertriebenen hat Rudolf Reimann schon von Jugend auf bestimmt und ihn in seinen persönlichen Vorstellungen von Recht und Unrecht maßgebend geprägt. Über die Person von Nationalratsabgeordneten Norbert Kapeller, der auch die Laudatio hielt, war ein Mann aus der Politik zur Feier gekommen. Rudolf Reimann ist ein politischer Mensch, der in politischen Kategorien denkt und schon seit Anbeginn seiner Tätigkeit in der Landsmannschaft den Kontakt zur Politik suchte. Lang ist die Liste der österreichischen Politiker, denen Rudolf Reimann die Anliegen der Heimatvertriebenen nahe brachte. Zu den Gästen zählten auch die beiden Bankmanager Rainer Bartusch von der Erste Bank und Josef Schmied von der Bank Austria. Rudolf Reimann war Inhaber einer großen Baufirma in Wien und als solcher beruflich als Geschäftsmann tätig. Landsmannschaft – Politik – Wirtschaft: Das sind die drei Stationen im Leben und Wirken von Rudolf Reimann.

Geboren wurde Rudolf Reimann am 9. April 1934 in Neusatz im heutigen Serbien. Im Jänner 1945 kam er nach Österreich, wo er im Stift Melk seine Schulausbildung fortsetzen konnte. Nach der Matura/Abitur in Wien studierte er an der Technischen Hochschule Bauingenieurwesen. Bereits an der Universität war er als Vorsitzender des Verbandes katholisch-donauschwäbischer Hochschüler politisch tätig. Die ersten beruflichen Erfahrungen sammelte er als Bauleiter und Statiker, ehe er als selbständiger Bauunternehmer tätig wurde.

In seiner Begrüßungsrede stellte Rudolf Reimann dann zwei Motive in den Vorgrund, die sein Leben als Donauschwabe prägten. Es war zunächst die eigene Flucht aus der Heimat und ein Zwischenfall in Budapest, der für den damaligen Knaben von 11 Jahren bestimmend blieb. Während eines Fliegerangriffs flüchtete der mit anderen in einen Keller, wo er verschüttet wurde. Es machte sich Panik breit. Mit den bloßen Händen versuchte man sich zu befreien. Plötzlich drang von oben ein Lichtstrahl in den Keller. Damals spürte Rudolf Reimann aus tiefster Dankbarkeit, was Hilfe bedeutet und wie sehr man in einer Notsituation auf die Hilfe seiner Mitmenschen zählen kann. Nach der Ankunft in Österreich war es das Flüchtlingselend der Donauschwaben, das tiefe Kerben in die Seele des heranwachsenden jungen Menschen schlug. Rudolf Reimann musste mit eigenen Augen sehen, was die jugoslawischen Lager mit seinen Donauschwaben anrichtete. Seine Tante Resi war mit ihren drei Kindern aus dem Lager in Gakovo nach Österreich geflüchtet. Sie kam dort bettelarm an, war von Schrecken der Partisanen gekennzeichnet und hatte nur ihr eigenes Leben und das ihrer Kinder retten können. Das Elend der Donauschwaben war damals in Österreich allgegenwärtig. Rudolf Reimann sah es jeden Tag. "Kann das der Wille Gottes sein?", wird er sich als tief religiöser Mensch wohl oft gefragt haben. In dieser Situation war ihm sein Vater ein großes Vorbild. Valentin Reimann erkannte die Notwendigkeit, rasch zu handeln und sich für die Donauschwaben einzusetzen. Rudolf Reimann konnte im Kreis der eigenen Familie miterleben, wie die ersten Organisationen der Donauschwaben in Österreich gegründet wurden und wie schwierig es zunächst war, in Österreich Verständnis für die Heimatvertriebenen zu finden. Man wollte sie über die Grenze nach Deutschland abschieben. Der Kampf ums nackte Überleben war die psychologische Ursache für eine Reihe von Eigenschaften, die Rudolf Reimann bis heute auszeichnen. Damals in den Jahren nach 1945 waren Zähigkeit und Ausdauer notwendig. Für die Donauschwaben dauerte es beinahe ein Jahrzehnt, ehe man mit dem Optionsgesetz von 1954 die österreichische Staatsbürgerschaft und damit endlich die rechtliche Gleichstellung erreichen konnte. Der Weg von 1945 bis 1954 war ein steiniger. In mühsamer Kleinarbeit mussten Stein für Stein aus dem Weg geräumt werden. Das erforderte einen langen Atem und die Bereitschaft, Opfer zu bringen, Niederlagen einzustecken und immer wieder nach neuen Wegen zu suchen. Am Ende blieb aber die Geduld Sieger. Das ständige, rastlose Arbeiten an den eigenen Zielen, Werten und Aufgaben war auch später die Grundlage für Erfolge. 1996 kam es unter Rudolf Reimann zur Eröffnung des Kulturzentrums "Haus der Heimat" in Wien und Jahre später zur Errichtung einer Stiftung. Beide Projekte sind eng mit dem Namen Rudolf Reimann verbunden – eigentlich sind sie das Werk dieses Mannes! Und man dankt es ihm.

Der Höhepunkt der Geburtstagsfeier war immerhin die Überreichung des "Goldenen Ehrenzeichens der Republik Österreich" aus der Hand des österreichischen Wissenschaftsministers Johannes Hahn, der aus diesem Anlass extra ins Haus der Heimat gekommen war, dass sich Rudolf Reimann diese Auszeichnung verdient hat, steht außer Frage.

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Abschließend möchte ich als Autor dieser Zeilen noch eine sehr persönliche Anmerkung anbringen. Dass ich seit einem Jahrzehnt im Haus der Heimat tätig bin, hat direkt mit Rudolf Reimann zu tun. Es hatte 1998 meine Bewerbung durchgesetzt und mir damit ein berufliches und wissenschaftliches Umfeld eröffnet, in dem ich mich intellektuell wie auch menschlich entwickeln konnte. Die Aufgabe im Haus der Heimat ist ebenso spannend wie vielseitig, kennt Höhen und Tiefen, erfordert Stehvermögen, Ausdauer und Willenskraft. Ich bin dankbar dafür, hier im Haus der Heimat unter der Führung von Rudolf Reimann eine Lebensaufgabe gefunden zu haben, für die es sich auszahlt, jeden Tag mit ganzer Überzeugung tätig zu sein. Ich darf mich daher an dieser Stelle den Glückwünschen mit einem ganz bescheidenen Danke anschließen.

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Mag. Dr. Wassertheurer Peter

Pressesprecher
Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft
Tel. ++43   1   710 91 50
Fax. ++43   1   718 50 06

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