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Neuntes VLÖ-Volksgruppensymposium in Neusatz in der Vojvodina
Euroregionen als Möglichkeit zum kulturellen Überleben

Wien, am 6.10.2009

P9260037.JPG (30596 Byte)Neusatz/Novi Sad in der Vojvodina in Serbien war der Veranstaltungsort des 9. Volksgruppensymposiums der deutschen Volksgruppen in Ostmittel- und Südosteuropa. Es fand vom 24. bis 27. September 2009 statt. Veranstalter war der "Verband der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs" (VLÖ) im Wiener Haus der Heimat, dem der "Deutsche Verein Donau Neusatz" unter dem Vorsitz von Andreas Bürgermayer vorort zur Seite stand.

Zu den Gästen des Symposiums zählten Nicole Maier als Vertreterin des österreichischen Außenministeriums, Norbert Kapeller, Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat und parlamentarischer Vertriebenensprecher der Österreichischen Volkspartei (ÖVP), und Otto Klambauer von der österreichischen Tageszeitung Kurier.

P9240010.JPG (35593 Byte)Der erste Abend verlief auf Einladung von Sandor Egeresi im Parlament der Autonomen Provinz Vojvodina in Neusatz. Parlamentspräsident Egeresi wurde vom stv. Präsidenten Martin Zloh vertreten. Zloh, selbst Angehöriger der kroatischen Volksgruppe in der Vojvodina, würdigte in seiner Ansprache die Leistung der Donauschwaben in der Geschichte dieses Landes. Alexander May, selbst Heimatvertriebener aus diesem Raum und Vizepräsident des Weltdachverbandes der Donauschwaben, erinnerte den serbischen Staat an seine moralische Pflicht, das Unrecht der Vertreibung der Donauschwaben anzuerkennen. Kapeller unterstrich die Bedeutung des Dialogs zwischen allen am Schicksal der Donauschwaben beteiligten Gruppen und bekräftigte die Verantwortung Österreichs für die deutschen altösterreichischen Minderheiten.

Das Symposium selbst widmete sich den Euroregionen und versuchte unter dem Titel "Euroregionalismus und die Europäische Union: Chancen für Volksgruppen und Minderheiten in Europa?" folgenden Fragenkomplex zu beantworten: Welchen Euroregionen gehören die ehemaligen Siedlungsgebiete der Heimatvertriebenen an? und Welche Möglichkeiten bieten die Euroregionen den deutschen Volksgruppen in Südost- und Ostmitteleuropa? In den Referaten wurde dann immer wieder auf die Möglichkeit von Projektförderungen der EU, deren Voraussetzungen und ihre transnationale Zielsetzungen hingewiesen. Es fand ein sehr fruchtbarer Gedanken- und Erfahrungsaustausch zwischen allen Teilnehmern statt. So konnten etwa die Banater Berglanddeutschen, die bereits an EU-Projekten teilnahmen, über ihre Erfahrungen berichten und auf den erheblichen Zeitaufwand aufmerksam machen, der damit verbunden ist.

P9250020.JPG (41009 Byte)Die Vertreter der deutschen Volksgruppen kamen diesmal aus acht Ländern. Neben den Gastgebern waren Vertreter von den deutschen Minderheiten aus Schlesien (Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen, www.vdg.pl), der Ukraine (Assoziation der Deutschen in der Ukraine), Ungarn (Jakob Bleyer Gemeinschaft, www.jbg.n1.hu), Tschechien (Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien, www.landesversammlung.wz.cz), Rumänien (Demokratisches Forum der Banater Berglanddeutschen, www.banater-berglanddeutsche.org), Kroatien (Volksdeutsche Gemeinschaft – Landsmannschaft der Donauschwaben in Kroatien, www.donaudreieck.eu bzw. www.vdg.hr) und Slowenien (Kulturverein deutschsprachiger Frauen Brücken, www.drustvo-mostovi.si) nach Neusatz gekommen. Angesagt waren zudem Vertreter der Karpatendeutschen aus der Slowakei (Karpatendeutscher Verein in der Slowakei, www.kdv.sk) und Siebenbürgen (Demokratisches Forum der Deutschen in Rumänien). Beide mussten aus gesundheitlichen Gründen absagen.

Am Ende des zweiten Tages wurde von allen Teilnehmern eine gemeinsame Erklärung (vgl. Neusatzer Erklärung) verabschiedet und dem VLÖ mit der Bitte um Weiterleitung an den österreichischen Außenminister, Dr. Michael Spindelegger überreicht.

P9270071.JPG (30963 Byte)Bei der Stadtführung durch das Zentrum von Neusatz konnten wertvolle Eindrücke aus der reichen Geschichte dieser Stadt gewonnen werden. Besichtigt wurden auch die Kirche Maria Schnee und die Festung Peterwardein, wo unter dem Zepter der Habsburger zwischen 1692 bis 1780 die größte Festung Europas entstand.

Am letzten Tag stand ein Besuch der donauschwäbischen Gedenkstätte am Friedhof von Gakovo (www.vloe.at) auf dem Programm. Nach den einführenden Worten von Rudolf Reimann gedachte man in einem gemeinsamen Vater unser der über 8000 Opfer. Das Vernichtungslager in Gakovo bestand von 12. März 1945 bis Januar 1948.

Das Symposium wurde aus Mitteln des österreichischen Außenministeriums, der Landesregierungen Kärnten, Ober- und Niederösterreich und im Auftrag der Stiftung der deutschsprachigen Heimatvertriebenen aus dem Sudeten-, Karpaten- und Donauraum durchgeführt.

Neusatzer Erklärung
vom 26. September 2009

Die Teilnehmer des 9. Symposiums des Verbandes der Volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ), das von 24. bis 27. September 2009 in Neusatz/Novi Sad in der Republik Serbien tagte, stellen fest, dass viele Vertreter der deutschen Minderheiten, vor allem aus dem Raum der ehemaligen Donaumonarchie, aus geschichtlichen, kulturellen und nicht zuletzt aus menschlichen Gründen einen verstärkten Kontakt zur Republik Österreich suchen.

Sie richten daher an das Ministerium für Internationale und Europäische Angelegenheiten das Ersuchen, an der Arbeit dieser Minderheiten vermehrt Anteil zu nehmen und sie im Sinne der europäischen Grundwerte zu unterstützen.

Neusatz, am 26. September 2009

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Mag. Dr. Wassertheurer Peter

Pressesprecher
Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft
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