wpe1.jpg (3838 Byte) TITEL01_GIF.gif (6222 Byte)TITEL02_GIF.gif (6794 Byte)
Bundesvorsitzender: Dipl.-Ing. Rudolf Reimann
rudolf.reimann@chello.at

Haus der Heimat
Steingasse 25
A-1030 Wien

Tel. ++43   1   718 59 05
Fax. ++43   1   718 59 06

Laibacher Stadtregierung bleibt bei Tito-Straße
Mit Verharmlosung historischer Verbrechen Tito rehabilitiert

Wien, am 12.10.2009

Die Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft in Österreich (DAG) hatte bereits in einer eigenen PR-Aussendung vom 28.05.2009 (www.vloe.at) auf die Entscheidung der Stadtregierung in Laibach/Ljubljana hingewiesen, eine Straße nach Marshall Tito zu benennen. Die DAG verurteilte diese Entscheidung und richtete ein Schreiben an den österreichischen Außenminister Michael Spindelegger, um einen Protest zu verlangen. Norbert Kapeller nahm als Vertriebenensprecher der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) die Kritik der DAG auf und adressierte seine Empörung direkt an die Laibacher Stadtverwaltung. Die Reaktion von dort war eine Brüskierung und ein politischer Affront ersten Ranges. Der inzwischen verstorbene Altkommunist Peter Bosic verbat sich als Stadtrat jede Einmischung aus Österreich und erinnerte Kapeller an die Rolle der Österreicher im Dritten Reich. Abschließend forderte Bosic Kapeller unmissverständlich auf, sich nicht länger in slowenische Angelegenheiten einzumischen: "In der Hoffnung, dass Sie uns nie mehr eine ähnliche Mitteilung schreiben werden, denn dazu haben Sie kein moralisches Recht…" Jetzt weiß die Politik also in Österreich, wie man bei unseren Nachbarn auf deren Unrecht von 1945 reagiert. Kein österreichischer Abgeordneter würde sich zu einer solchen Wortwahl hinreißen lassen, wenn es um die dunklen Seiten der österreichischen Geschichte im 20. Jahrhundert geht.

In zweiten Akt dieser Auseinandersetzung konfrontierte Bernhard Krastl, Präsident des Weltdachverbandes der Donauschwaben, den Bürgermeister von Laibach, Zoran Jankovic, mit den grausamen Verbrecher Titos, die in seinem Namen an den deutschen Volksgruppen (Donauschwaben, Deutsch-Untersteirer und Gottscheer) und an der politischen Opposition slowenischer Herkunft (Domobranzen) verübt worden waren. Krastl forderte daher von Jankovic, den "Beschluss zur Benennung einer Straße nach Josip Broz Tito zurückzunehmen, um so zu zeigen, dass Sie sich von den Verbrechen jener Zeit und den Verursachen dieser Verbrechen distanzieren wollen."

Am 24. Juli 2009 erhielt Krastl eine Antwort von Jankovic. Darin versucht der Laibacher Bürgermeister nach alt-kommunistischer Doktrin Titos Wirken im Zweiten Weltkrieg ausschließlich als heroischen Befreiungskampf gegen den nationalsozialistischen Besatzer zu verklären. Und Jankovic griff dabei tief in die Geschichte zurück, wenn er auf den Obelisk zum Andenken an Napoleon Bonaparte und die Zeit der Illyrischen Provinz hinweist, "die den Slowenen vor allem slowenische Schulen gebracht haben." In diese Tradition des slowenischen Freiheitskampfes wird im Jahr 2009!! auch Tito gestellt, wenn Jankovic völlig unkritisch meint:

"Gerade für die heutige Selbständigkeit schuf der damalige Präsident Tito Gegebenheiten, welche in der Entwicklung der Ereignisse nach dem Jahre 1990 der Republik Slowenien Autonomie zusammen mit dem Recht auf Selbstbestimmung über die eigene staatliche Selbständigkeit und auf eigene Streitkräfte, die neben der Jugoslawischen Volksarmee als territoriale Verteidigung gegründet wurden, ermöglicht haben."

Das ist eine Verklärung der Vergangenheit, wie man sie nach 1945 in den kommunistischen Schulbüchern der Partisanen finden konnte. Es ist für die Stadtregierung von Laibach keine Auszeichnung, wenn heute noch alt-kommunistische Argumente als Erklärung herhalten müssen. Jankovic verschweigt nämlich die wahren "Gegebenheiten", die unter der Tötungsmaschinerie des Tito-Regimes geschaffen wurden. Die "Gegebenheiten" von damals werden heute mit dem Attribut "ethnische Säuberungen" umschrieben. In den Jahren nach 1945 herrschte in Jugoslawien der blanke Terror, dem über 1 Million Menschen zum Opfer fielen. Es wurde die deutsche Bevölkerung eliminiert, jede politische Opposition ausgeschalten, jüdisch-arisiertes Vermögen konfisziert, das Vermögen der Deutschen entschädigungslos enteignet und jede Form einer demokratischen Ordnung beseitigt. Was folgte war eine Diktatur, die von Freiheit und Selbstbestimmung ihrer Völker nichts wissen wollte. Das war die Realität unter Tito!

"Diese Art der Rehabilitierung eines brutalen Diktators und unmenschlichen Massenmörders ist eines EU-Mitglieds nicht würdig", meint Rudolf Reimann als Bundesvorsitzender der DAG. Reimann erinnert an eine Studie des Münchner Völkerrechtsexperten Dieter Blumenwitz, der die Behandlung und Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus Jugoslawien als "Völkermord" bezeichnet. Auch der Historiker Holm Sundhausen vertritt die Meinung, dass sich Tito heute wegen Völkermordes vor dem Haager UN-Tribunal verantworten müsste.

Die DAG fordert alle EU-Mitgliedsstaaten auf, die slowenische Regierung und die Laibacher Stadtregierung darauf hinzuweisen, dass es allen europäischen Moral- und Wertevorstellungen widerspricht, einen Massenmörder wie Tito derart zu hofieren. "Es ist hoch an der Zeit, dass Slowenien seine alt-kommunistischen Geschichtslehren endlich am Misthaufen der Geschichte entsorgt", meint Reimann mit Nachdruck.

 

wassertheurer.jpg (2248 Byte)

Mag. Dr. Wassertheurer Peter

Pressesprecher
Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft
Tel. ++43   1   710 91 50
Fax. ++43   1   718 50 06

zurück