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Bundesvorsitzender: Dipl.-Ing. Rudolf Reimann
rudolf.reimann@chello.at

Haus der Heimat
Steingasse 25
A-1030 Wien

Tel. +43   1   718 59 05
Fax. +43   1   718 59 06

Wien, am 20.10.2009

60 Jahre Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft 1949-2009
"Ein herzliches Dankeschön an Österreich"

Es war der 13. August 1949, als im zerbombten Hotel Europa in Salzburg die Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft (DAG) gegründet worden war. Der erste Vorsitzende der DAG war Hans Schreckreis. Im folgte im Dezember 1950 Valentin Reimann nach. In den Satzungen von 1952 wurde als wichtigste Aufgabe "die Vertretung der in Österreich lebenden Donauschwaben gegenüber allen staatlichen und internationalen Behörden (...) in allen rechtlichen, kulturellen, konfessionellen, sozialen und wirtschaftlichen Belangen" festgeschrieben. Es galt, die wirtschaftliche Lage der Donauschwaben zu verbessern und den Integrationsprozess zu begleiten. Die Donauschwaben galten im Nachkriegs-Österreich als "Staatenlose", nachdem ihnen die jugoslawische Staatsbürgerschaft auf Grundlage der AVNOJ-Bestimmungen entzogen worden war. Eine generelle Regelung der Staatsbürgerschaft erfolgte für die Heimatvertriebenen aber erst mit dem "Optionsgesetz" von 1954. Die Eingliederung in die österreichische Gesellschaft verlief in Etappen und wurde von vielen Hindernissen begleitet. Die österreichische Bundesregierung verlangte zunächst ihre "Repatriierung" nach Deutschland, ehe man zu Beginn der 1950er die Auswanderung der Donauschwaben tatkräftig unterstützte. Bleiben dürfen sollten nur jene, auf deren Arbeitskraft man nicht verzichten konnte. Die Heimatvertriebenen ersetzten vielfach die NS-Zwangsarbeiter und waren in den ersten Jahren vor allem in arbeitsintensiven Bereichen wie der Landwirtschaft und dem Baugewerbe tätig.

Besucher.jpg (37797 Byte)Am 16. Oktober 2009 war das österreichische Parlament Ort eines feierlichen Festaktes zum 60-jährigen Bestandsjubiläum der DAG. Eingeladen dazu hatten die Klubs aller Parlamentsparteien. Der Feierstunde wohnten 180 Personen teil, die zum großen Teil das Schicksal der Vertreibung und die Anfänge der Zweiten Republik Österreich persönlich erlebt hatten. In einer einführenden Fotoschau wurde die Integration der Donauschwaben in Österreich nach 1945 vorgestellt. Es sollte nämlich bis 1952 dauern, ehe man im österreichischen Parlament die ersten gesetzlichen Maßnahmen zur Gleichstellung der Heimatvertriebenen gegenüber der einheimlichen Bevölkerung verabschiedete. Der Gleichstellungsprozess umfasste einen Zeitrahmen von mindestens zehn Jahren (1945-1955) und konnte erst mit dem Staatsvertrag als abgeschlossen bezeichnet werden.

Graf.jpg (14559 Byte)Nationalratspräsidentin Barbara Prammer würdigte in ihrer Grußbotschaft den Beitrag, den die Donauschwaben "zum Wiederaufbau des damals in Trümmern liegenden Österreich" geleistet hatten. Auch Fritz Neugebauer anerkannte als zweiter Nationalratspräsident diese Arbeit und sprach der DAG schriftlich seinen Dank für deren "Vertretung der österreichischen Donauschwaben in allen Angelegenheiten auf internationaler Ebene" aus. Martin Graf, der als dritter Nationalratspräsident die Gäste persönlich begrüßte, machte auf die Umstände der Nachkriegszeit aufmerksam, die eine Eingliederung von Hunderttausenden von Heimatvertriebenen schwierig gemacht hatten. Dass die Integration von über 360.000 Heimatvertriebenen dennoch gelang, darf nach Graf als österreichische Erfolgsgeschichte bezeichnet werden und soll heute anderen Gruppen als positives Beispiel vor Augen gehalten werden. Graf kritisierte dann im zweiten Teil seiner Rede, dass historische Altlasten wie Beneš-Dekrete oder AVNOJ-Gesetze im Raum der Europäischen Union (EU) leider bis heute zu wenig Beachtung finden konnten. Für Graf gehört die Beseitigung dieser menschenverachtenden Dekrete und Gesetz zu den dringlichsten Aufgaben der österreichischen und der europäischen Diplomatie.

Das Unrecht der kollektiven Vertreibung wurde anschließend in den Beiträgen der parlamentarischen Vertriebenensprecher angeschnitten. Diese Funktion wird derzeit von den Nationalratsabgeordneten Marianne Hagenhofer (SPÖ), Norbert Kapeller (ÖVP), Anneliese Kitzmüller (FPÖ), Rainer Widmann (BZÖ) sowie Wolfgang Pirklhuber (Grüne) ausgeübt. Schon in naher Zukunft wird von den Vertriebenensprechern ein eigener parlamentarischer Arbeitskreis eingerichtet. Dieser Arbeitskreis soll den Dialog mit Abgeordneten aus den Parlamenten der ehemaligen "Vertreiberstaaten" vorantreiben und lösungsorientiert arbeiten.

Reimann.jpg (25723 Byte)Rudolf Reimann, Bundesvorsitzender der DAG, listete dann die Namen jener donauschwäbischen Persönlichkeiten auf, die 1945 vor ihre Landsleute getreten waren, um ihnen in der Öffentlichkeit eine Stimme zu geben. Reimann erinnerte daran, dass die Republik Österreich vieles von dem, was die Heimatvertriebenen anfangs aus der Hand dieses Landes erhalten hatten, zurückbekam. Österreich hat, so Reimann in seiner Schlussfolgerung, von den Donauschwaben profitiert. In einem übersichtlichen Vergleich schilderte Reimann, wie heute in den Staaten Ostmittel- und Südosteuropas mit dem Schicksal der Vertreibung umgegangen wird. Während Ungarn eine Entschädigung an die Vertriebenen leistete und die deutschen Volksgruppen in Kroatien oder Serbien anerkannt sind, halten Länder wie Tschechien oder die Slowakei an ihren Enteignungsdekreten fest und grenzen die Vertriebenen von jeder Entschädigung aus. In Slowenien findet die deutsche Volksgruppe bis heute keine Anerkennung als autochthone Volksgruppe. "Die Bereinigung dieser Ungerechtigkeiten wird unser Arbeit in Zukunft bestimmen", meinte Reimann abschließend.

Im Anschluss wurde das Lied Österreich, deine Donauschwaben im Parlament uraufgeführt. Der Text stammt von Peter Wassertheurer, die Vertonung lag in den vertrauten Händen von Alexander Blechinger. (Hier finden Sie das Notenblatt zu dem Lied als PDF)

Das Schlusswort richtete Bernhard Krastl, Präsident des Weltdachverbandes der Donauschwaben, an das Publikum und übermittelte Grüße von den Donauschwaben aus Deutschland, den USA, Kanada, Brasilien, Australien und jenen Ländern Europas, wo es heute noch in Ungarn, Kroatien und Serbien Nachkommen der Donauschwaben gibt.

Hier einige Eindrücke der Veranstaltung:

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Über die DAG im Haus der Heimat, Steingasse 25, 1030 Wien, Tel. 01/718 59 05 oder 01/718 59 58 ist auch die Festschrift "60 Jahre DAG in Österreich" erhältlich.

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Mag. Dr. Wassertheurer Peter

Pressesprecher
Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft
Tel. ++43   1   710 91 50
Fax. ++43   1   718 50 06

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