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Hier die Stellungnahme von DI Rudolf Reimann, Vorsitzender der DAG, an die österreichische Parlamenstpräsidentin Barbara Pammer:
Wien, am 29. Oktober 2009
Sehr geehrte Frau Präsidentin,
ich möchte mich im Namen der "Donauschwäbischen Arbeitsgemeinschaft in Österreich" (DAG) nochmals dafür bedanken, dass Sie das Hohe Haus für die Feier zum 60-jährigen Bestandsjubiläum der DAG zur Verfügung gestellt haben. Der Festakt fand vor 180 Personen statt und war eine Rückbesinnung auf die Geschichte der Zweiten Republik Österreich, die seit 1945 eng mit dem Schicksal der heimatvertriebenen Donauschwaben verbunden ist.
An dieser Stelle möchte ich auf Ihre Grußbotschaft hinweisen, die verlesen wurde und einiges an Unbehagen hervorrief. So fordern Sie, "Schlüsse aus der Vergangenheit" zu ziehen und warnen vor "allen rechtsextremistischen, nationalistischen und totalitären Tendenzen". Es gehört heute leider schon zur Tradition, dass in Grußworten an die Heimatvertriebenen stets Attribute wie "rechtsextrem" oder "nationalistisch" auftauchen. Damit wird, bewusst oder unbewusst, der Eindruck einer politisch rechtsextremen Vergangenheit der Donauschwaben erweckt, was historisch einfach nicht stimmt. Die Donauschwaben waren ein bäuerliches und mehrheitlich von einem tiefen Katholizismus geprägtes Volk. Rassistische Ideologien wie etwa der Nationalsozialismus hatten die Donauschwaben nie entwickelt. Der entstand in Deutschland und Österreich und wurde von dort in das Donauschwabentum hineingetragen, wo er aber nur zu einem sehr geringen Teil in der jüngeren Generation angenommen wurde. Der Nationalsozialismus konnte nämlich allein schon wegen seiner antikatholozistischen Haltung keine Verbreitung finden. Auch der rassistisch motivierte Antislawismus war den Donauschwaben fremd. Vielmehr war das Leben der Donauschwaben bis zur Katastrophe des Zweiten Weltkriegs von einer intensiven Nachbarschaft mit Ungarn, Serben, Kroaten, Juden und anderen kleineren Völkerschaften bestimmt worden. Das Donauschwabentum hatte sich nämlich in einem multikulturellen Umfeld entwickelt und sehr viele kulturelle Elemente von anderen Völkern entlehnt.
Ich möchte daher als Vorsitzender der DAG solche indirekten Anschuldigungen ganz entschieden zurückweisen, weil sie dem sozialen Wesen der Donauschwaben widersprechen und ein gänzlich falsches Meinungsbild über die Donauschwaben assoziieren.
Beiliegend sende ich Ihnen namens der Gemeinschaft der Donauschwaben in Österreich eine Festschrift zum 60-jährigen Jubiläum der DAG zu.
Mit freundlichen Grüßen
Dipl.-Ing. Rudolf Reimann
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Mag. Dr. Wassertheurer
Peter Pressesprecher Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft Tel. ++43 1 710 91 50 Fax. ++43 1 718 50 06 |