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Wien, am 9. Dezember 2009
Die Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft (DAG) hat in einer Aussendung vom. 29. Oktober 2009 auf ein Schreiben an die österreichische Nationalratspräsidentin, Mag. Barbara Prammer, hingewiesen, das als Antwort auf eine Grußbotschaft von Nationalratspräsidentin Prammer konzipiert wurde. In der Grußbotschaft anlässlich der Feier zu 60 Jahre DAG in Österreich wurde auf einen angeblichen rechtsextremen, vom Nationalsozialismus beeinflussten Hintergrund der Geschichte der Donauschwaben hingedeutet, was die DAG ganz energisch im oben zitierten Schreiben zurückwies (vgl. www.donauschwaben.at).
Am 23. November 2009 erhielt die DAG neuerlich eine Antwort von Frau Nationalratspräsidentin Prammer. In diesem Schreiben finden sich neuerlich Hinweise auf die "fürchterlichen Gräuel des Nationalsozialismus", die "Teil der Geschichte" der Donauschwaben sind und "das Schicksal der Donauschwaben ja entscheidend bestimmt" hatten.
Rudolf Reimann, Bundesvorsitzender der DAG, verwehrt sich gegen den engen Schulterschluss zwischen Donauschwaben und Nationalsozialismus, den Frau Prammer sieht. "Das ist historisch keineswegs richtig, weil wir Donauschwaben schon aufgrund unserer katholischen und vom bäuerlichen Leben geprägten Lebensphilosophie den Nationalsozialismus reserviert gegenüber standen. Die Erneuerer unter uns, die dem Nationalsozialismus mit Sympathien begegneten, waren die Minderheit und kämpften für den Erhalt unserer Kultur und Identität in der damaligen jugoslawischen Königsdiktatur. Keiner von ihnen beabsichtigte die vom NS-Regime in Berlin zu verantwortenden Gräuel."
Zur Passage, in der Frau Prammer die Donauschwaben auffordert, sich als Fürsprecher für Demokratie "in Gegnerschaft zu rechtsradikalen, nationalistischen und totalitären Tendenzen" zu setzen, antwortet Reimann:
"Wir brauchen uns als Donauschwaben von Österreichern keine Belehrungen in Sachen Rechtsextremismus geben lassen. 1938 waren es nämlich Österreicher und keine Donauschwaben, die Adolf Hitler massenhaft am Heldenplatz zujubelten. Es waren auch Österreicher, die sich an vorderster Front an Kriegsverbrechen beteiligt hatten. Kann uns Frau Nationalratspräsidentin Prammer einen vergleichbaren Donauschwaben nennen? Ich empfehle daher den Österreichern, und dazu gehört auch Frau Nationalratspräsidentin Prammer, sich in der eigenen Familiengeschichte mit der NS-Vergangenheit zu beschäftigen, bevor man gegenüber anderen den Zeigefinger erhebt."
"Zum Abschluss", so Reimann weiter, "ist das Schicksal der Donauschwaben von Tito und seinen Partisanentruppen bestimmt worden, die uns aus der Heimat verjagt und unser gesamtes Vermögen geraubt hatten. Über 60.000 Donauschwaben hatten den Terror der jugoslawischen Kommunisten in den Jahren zwischen Herbst 1944 und 1947/48 nicht überlebt. Bis heute ist dieser Völkermord an den Donauschwaben ungesühnt geblieben."
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Mag. Dr. Wassertheurer
Peter Pressesprecher Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft Tel. ++43 1 710 91 50 Fax. ++43 1 718 50 06 |