Verein Salzburger Donauschwaben und donauschwäbisches Kulturzentrum

Zur Entstehung

Die Gründung der "Haus der Donauschwaben Ges.m.b.H., Donauschwäbisches Kulturzentrum" 1956 ist die Geburtsstunde des Gemeinschaftshauses, das nach dem Krieg weltweit als erstes seiner Art errichtet wurde. Für das Gründungskapital (damals ATS 100.000,- ) hafteten die Gesellschafter durch den Erwerb von Anteilen. Die Mittel für den Bau des Hauses konnten durch Zeichnung von Bausteinen, sowie durch Unterstützung von Stadt und Land Salzburg aufgebracht werden.
Freiwillig geleistete Arbeitsstunden halfen mit, die Kosten nieder zu halten. Der feierliche Spatenstich erfolgte beim Tag der Donauschwaben 1959 durch die höchsten Repräsentanten von Stadt und Land Salzburg. 1964 konnte das im ersten Bauabschnitt errichtete Haus seiner Bestimmung übergeben werden. 1974 erfolgte die Einweihung des erweiterten Gemeinschaftszentrums.

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Haus der Donauschwaben mit Sgraffito von J. de Ponte
Planung und Bauausführung: Arch. Dipl. Ing. Robert Schäfer

 

Zweck des Hauses der Donauschwaben

Im Pkt. II des Gesellschaftsvertrages der "Haus der Donauschwaben Ge.m.b.H." wurde als gegenstand des Unternehmens festgelegt:
"Die Schaffung eines Zentrums für wissenschaftliche und kulturelle Belange jener deutschen Volksgruppen, die in den Gebieten der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie angesiedelt waren, insbesondere der Donauschwaben.".
Das Ergebnis der Arbeit sollte der Öffentlichkeit allgemein zugänglich gemacht werden.

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Festsaal im Haus der Donauschwaben

 

Vielfältige Tätigkeit

Die Aktivitäten im Haus der Donauschwaben vollziehen sich auf mehreren Ebenen. Die folgende Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Wertung und Reihenfolge:

  • Sammlung von einschlägigen Büchern und Materialien für die Bibliothek und das Archiv.
  • Herausgabe von Publikationen und Förderung solcher von und über donauschwäbische Problematik, einschließlich drei Folgen "Mitteilungen" mit Verzeichnissen der "Donauschwäbischen Bibliothek" (1979, 1983 und 1987)
  • Buchausstellungen und Präsentationen mit Lesungen.- Wissenschaftliche Tagungen, Vorträge und Symposien (1972, 1975, 1984).
  • Veranstaltungen mit Trachten-, Sing- und Tanzgruppen aus den USA, Brasilien, Ungarn u.a.
  • Vorträge (auch mit Lichtbildern) von und über Donauschwaben und deren Nachbarn.
  • Durchführung von Ausstellungen donauschwäbischer Künstler (Franz P. Schumbach 1968 und 1978, Josef de Ponte 1974, Paul Schuß, Viktor Stürmer 1980, Kollektivausstellung 1984 mit Josef Elter, Karl Franz Fürst, Franz Glanz, Robert Hammerstiel, Franz Kohler, Franz Schäffer, Franz Schumbach, Oskar Sommerfeld, Viktor Stürmer, Anton Tiel und Andreas Urteil. Dokumentation von Oskar Feldtänzer "Österreichs Ansiedlungswerk im Südosten" 1991.
  • Koordination der Schriftenreihe "Donauschwäbische Beiträge" von Salzburg aus (seit 1949 erschienen 89 Nummern).

Donauschwäbisches Kulturzentrum

Am 20. Mai 1989 wurde der gemeinnützige Verein "Donauschwäbisches Kulturzentrum" gegründet. Der Verein verfolgt die selben Ziele wie die "Haus der Donauschwaben Ges.m.b.H.", arbeitet aber ungleich kostengünstiger und unbürokratischer.
Am 29. September 1989 wurde dem Verein von der "Haus der Donauschwaben Ges.m.b.H." das Haus mit seinen Einrichtungen und Aufgaben übertragen und zugleich die Auflösung der Ges.m.b.H. beschlossen.
Die Mitgliedschaft beim "donauschwäbischen Kulturzentrum" kann von natürlichen und juristischen Personen durch Leistung eines einmaligen, nicht rückzahlbaren Betrages von derzeit ATS 5.000,-- und Billigung des Ausschusses, erworben werden.
Die zur Erreichung des Vereinszweckes weiter erforderlichen Mittel sollen ducrh Spenden, Vermächtnisssen und sonstige Zuwendungen aufgebracht werdn. Allen Förderern, die mindestens ATS 1.000,-- auf das Konto 117606 bei der Salzburger Sparkasse einzahlen, wird eine Urkunde darüber im Haus der Donauschwaben feierlich überreicht. Nach Zahlung von ATS 20.000,-- wird der Name des Förderers in die Ehrentafel in der Eingangshalle des Hauses der Donauschwaben eingraviert.

Aufgaben für die Zukunft

  • Herausgabe und Förderung sowie Vertrieb einschlägigen Schrifttums.
  • Sammlung von Publikationen und Archivmaterial zur Einverleibung in die "Donauschwäbische Bibliothek", bzw. in das "Donauschwäbische Zentralarchiv".
  • Aufbau und Betreuung eines Museums über das österreichische Ansiedlungswerk im Südosten Europas, sowie über die Eingliederung der Donauschwaben in Österreich nach dem 2. Weltkrieg.
  • Veranstaltung von wissenschaftlichen und kulturellen Tagungen, Ausstellungen, Vorträgen u.ä.

Schon jetzt aber ergeht der Aufruf an die Besitzer einschlägiger Dokumente und Publkikationen, diese dem "Donauschwäbischen Archiv" bzw. der "Donauschwäbischen Bibliothek" zu überlassen.
Ein weiterer Aufruf ergeht an alle, an der Verwirklichung dieser Ziele mitzuarbeiten und dem gemeinnützigen Verein "Donauschwäbisches Kulturzentrum" beizutreten.

Institutionen im Haus der Donauschwaben

  • Zentralberatungsstelle der Volksdeutschen Gruppe Süd. 1948 gegründet und vom Innenministerium genehmigte Zusammenfassung der Landsmannschaften deutscher Vertriebener.
  • Verein Salzburger Donauschwaben. 1951 konstituierte Landsmannschaft der Donauschwaben im Lande Salzburg.
  • Verband Katholischer Donauschwäbischer Akademiker und Hochschüler (VKDA/H). Aus der katholischen Flüchtlingsseelsorge hervorgegangen, trug er Wesentliches zur geistigen Standortfindung der Donauschwaben bei und leistete praktische Hilfe bei Eingliederung und Auswanderung.
  • Wochenschrift "Neuland". 1948 gegründet und mehr als 30 Jahre Verbindungsglied der Donauschwaben in 31 Länder der Erde.
  • Verein Franztaler Ortsgemeinschaft. 1975 gegründete Heimatortsgemeinschaft, die mit ihren schönen Heimattrachten das Bild bei vielen festlichen Veranstaltungen schmückte.
  • Donauschwäbische Bibliothek. Als "Donauschwäbisches Zentralarchiv" begonnen, entwickelte diese sich in einem Zeitraum von mehr als 20 Jahren zu einer Spezialbibliothek mit dem Schwerpunkt "Wanderbewegungen auf dem Gebiet der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie" mit über 15.000 erfaßten Titeln. Durch einen Schenkungsvertrag vom 1. Juni 1988 übernahm das Salzburger Landesarchiv für das Land Salzburg die Betreuung und den Ausbau der Bibliothek.

Die Verwantwortung und Haftung für das Haus der Donauschwaben in Salzburg haben die jeweiligen Geschäftsführer getragen. Sie übten ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus.

Folgende Herren standen bisher dem Haus der Donauschwaben als Geschäftsführer zur Verfügung:

Hans Awender
Prof. Karl Gauß
Dent. Josef Heidenfelder
Prof. Jakob Pfister
Prof. Franz Roth
MR Dr. Hans Schreckeis
Dir. Fritz Schuhmacher
Karl Wilhelm